Deutsches Atlantikwall-Archiv

Festung Köln

 

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Das Zwischenwerk VIIIb

Das Zwischenwerk VIIIb, links neben dem jetzt übererdeten Fort VIII im Bereich des Rodenkirchener Golfplatzes gelegen, gehörte zu dem äußeren Gürtel von Befestigungsanlagen, welcher in den Jahren 1873–1877 errichtet wurde. Es kann wohl als das besterhaltenste Werk dieses Bereiches bezeichnet werden.

Über dem Hauptzugang des Zwischenwerkes VIIIb wartet die Arbeit auf die Kollegen vom C.R.I.F.A.
Die Zugbrücke zum Innenbereich des Werkes wurde bereits vollständig renoviert und ist heute voll funktionstüchtig.

Erbaut wurde das Zwischenwerk VIIIb im Jahre 1876 in Form eines Trapezes. Das Mauerwerk, auch das der sorgfältig gearbeiteten Kontereskarpenmauer, besteht aus Ziegelsteinen – vermutlich Feldbrandsteine. Die Mauerstärken liegen zwischen 1 m und 3,50 m. Nach 1885 wurden die Decken und Wände verstärkt. Ursache hierfür war das Aufkommen der so genannten Brisanzgeschosse. Ein 4,5 m tiefer und 9 m breiter Graben umgab die Anlage. Im Fortgraben – heute auch als Skulpturenpark bezeichnet – befinden sich einige Eisen-Skulpturen eines zeitgenössischen Künstlers aus den 70er Jahren.

Im Fortgraben

Die Bewaffnung des Zwischenwerkes bestand aus einer 15 cm Ringkanone (praktische Reichweite 6.000 m) und drei 9 cm Geschützen (praktische Reichweite von ca. 4.500 m). Zusätzlich gab es Aufstellungsmöglichkeiten für vier weitere Geschütze. Die Besatzung sollte etwa 150180 Mann betragen.
Die beiden Flankengräben und der Frontgraben mit Kontereskarpenmauer sind noch vorhanden, der Kehlgraben wurde später auf Straßenniveau eingeebnet. Eine doppelte Kaponiere an der Südostfront und eine einfache an der Südwestfront sicherten den Front- und die Flankengräben. Beide mußten wie die Eskarpenmauer und die Traversen nach 1919 gemäß den Abrüstungsbestimmungen im Versailler Vertrag entfernt werden. Für den Kehlbereich war die noch existierende Kehlkaponiere zuständig.

Auf der Werkoberfläche wurde ein mittlerweile etwas verwilderter Rosengarten angelegt. Rosengarten auf dem Glacis
Treppe zur Werkoberfläche Die in den 20er Jahren hier angebaute Treppe ermöglicht den Zugang zum Garten.

Mit Billigung der unteren Denkmalbehörde der Stadt Köln hat das C.R.I.F.A. (Cologne Research Institute of Fortification Architecture) das Zwischenwerk VIIIb als Arbeits- und Studienobjekt auswählen können. Der originale Zustand der Fassaden und Räume wird bei den Restaurationsarbeiten angestrebt. Mittlerweile hat der Verein
- in ehrenamtlicher Arbeit alle Räume von Müll und Schutt gesäubert,
- die noch existierende Klappbrücke wieder gangbar gemacht
- das Zwischenwerk als Studienobjekt für befreundete Vereinigungen aus Koblenz und Berlin zur Verfügung stellen können,
- den
Brunnen des Werkes ausfindig machen können (mittlerweile konnte dieser bereits teilweise gesäubert werden),
- den Eingangsbereich neu gestaltet und mit Pflastersteinen auslegen lassen
- die
noch vorhandenen Räume für Ausstellungen, Führungen oder sonstige Veranstaltungen nutzbar gemacht.

Das Zwischenwerk VIIIb bildet heute beim Tag der Kölner Forts und beim Denkmaltag der Stadt Köln einen festen Bezugspunkt in der Museumslandschaft. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Restaurationsarbeiten gedeihen und sich das Zwischenwerk VIIIb in immer besserer Erhaltungsform den Besuchern präsentiert - dank der unermüdlichen Arbeit des C.R.I.F.A. 

Der DAWA Stand mit Harry Lippmann am Tag der Kölner Forts 2008 Im Zwischenwerk VIIIb [Michael Oehlrich]
Im Zwischenwerk VIIIb [Uwe Kopp] Füttern verboten -
auch wenn von draußen der leckere Duft von frisch gegrillten Bratwürstchen hereinweht
Anke steht mehr der Sinn nach etwas Flüssigem
Redaktionssitzung unter freiem Himmel:
Uwe Kopp erörtert mit Harry Lippmann die Vision eines DAWA Sonderbandes über die Luftschutzanlagen in Köln.

Angesichts der Besuchermassen beim Besuch eines Luftschutzbunkers scheint ein gewisser Informationsbedarf in der Öffentlichkeit vorhanden zu sein.

Mittlerweile nimmt das Festungsmuseum der Stadt Köln, für welches bereits eine Reihe von Ausstellungsstücken gespendet wurden, Gestalt an. Der Fortgraben und die Werkoberfläche können jederzeit besichtigt werden. Jeden 1. Samstag im Monat werden interessierten Besuchern sachkundige und dabei kostenlose Führungen (um 12h, 14h und 16h), auch in französischer und englischer Sprache, angeboten.
Das Zwischenwerk VIIIb liegt an der Militärringstraße 10 (Ecke Konrad-Adenauer-Straße) in 50996 Köln-Marienburg.
Nähere Informationen über das Zwischenwerk, den Köln-Niehler Winkelturm, über Aktivitäten des CRIFA sowie über eine eventuelle Mitgliedschaft erhalten Sie bei:
info@crifa.de
www.crifa.de

 

Der Köln-Niehler Winkelturm

Winkelturm [Uwe Kopp] Als Außenstelle des Festungsmuseums Köln kann im Kölner Norden an jedem 3. Samstag im Monat ein Luftschutzturm der Bauart Winkel besichtigt werden.
Die Besichtigungen werden von Uwe Kopp durchgeführt, der sich der Bestandsaufnahme aller Kölner Luftschutzanlagen verschrieben hat.

Zur Vertiefung:

[1] Ein Bericht über den Kölner Winkelturm ist in unserem Heft 52 der DAWA Nachrichten zu finden. 

    

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Senden Sie Ihre E-Mail mit Fragen oder Kommentaren an: Harry.Lippmann@deutschesatlantikwallarchiv.de
Stand: 23. Mai 2007