Deutsches Atlantikwall-Archiv

Gold

 

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Landeabschnitt GOLD

R 679 Mitte West - noch zu schalende Außenwand Eine Rarität ist die Heeresküstenbatteriestellung auf dem Mont Fleury südwestlich Ver-sur-Mer, deutscherseits "Russenbatterie" genannt. Hier kann man anschaulich den Baufortschritt von vier Kasematten des Typs R 679 zum Zeitpunkt der alliierten Landung betrachten.
Zu verdanken haben wir diese Sehenswürdigkeit dem Umstand, daß zur Schalung Betonformsteine statt der üblichen Schalbretter verwendet wurden.
 
Während alles brennbare Material von den Bunkerbaustellen nach Kriegsende von der Zivilbevölkerung entfernt und anderweitig 'genutzt' wurde, überlebten die Schalwände der Kasematten bis in die heutige Zeit. R 679 Mitte West - noch zu schalende Außenwand Ost
 
R 679 West - der östliche Teil des Einganges Der westliche Stand besteht gerade einmal aus einer Kampfraumwand und dem Ansatz zum Eingang.
 
Ein weiterer Stand ist im Rohbau fast soweit hergestellt, daß seine Zwischenräume mit Beton verfüllt werden können. Der Ansatz zur Bunkerdecke ist bereits begonnen worden. R 679 Mitte West
 
R 679 Mitte Ost - Schartenfront

 

Der dritte Stand ist gießtechnisch fertiggestellt, war aber innen noch nicht fertig ausgebaut.

Der vierte, also der östlichste Stand, dürfte als einziger fast fertiggestellt worden sein.

 

 
GOLD, die größte der britischen Landungszonen, beeindruckt vor allem durch die Reste des künstlichen Hafens ("Mulberry") auf der Reede vor Arromanches, dessen Pontonteile und Wellenbrecher vor allem bei Ebbe noch heute eindrucksvoll zu sehen sind. Die Reste des künstlichen Hafens
 
Ein Senkkastensegment des künstlichen Hafens Für die Besichtigung der Pontons, der beiderseitigen Klippen mit ihren Widerstandsnestern sowie dem Landungsmuseum sollte man sich mindestens einen halben Tag Zeit nehmen.
 
Der Abschnitt von Arromanches bis Port-en-Bessin ist die Nahtstelle zwischen den britischen und den US-Landezonen. Im Zuge der zusammenwachsenden Brückenköpfe wurde dieses Teilstück bis zum 8. Juni 1944 von den Alliierten erobert.
 
Wer den Film "D-Day - Der längste Tag" gesehen hat, dem wird die Marineküstenbatterie Longues-sur-Mer bekannt vorkommen. Der Film über die anglo-amerikanische Landung wurde kurz nach dem Kriegsende gedreht. M 272 mit 15 cm TBtsK C/36
 
15 cm TBtsK C/36, linke Seite des Verschlußblocks In den 50er Jahren waren noch recht große Teile des Atlantikwalls intakt, bzw. die Bewaffnung der Kasematten noch an Ort und Stelle. Im Falle der Batterie Longues machte man sich dies zunutze.
Die Kanonen von Longues erhielten im Film eine Nebenrolle als Statisten. Die im Film auffällige Massierung von Flugabwehrgeschützen in einer Reihe vor (!) den Geschützbunkern des Typs M 272 ist dabei aber nur der wilden Phantasie der Filmemacher entsprungen.
 

Heute sind die Geschütze - 15,2 cm Schnellfeuer-Torpedobootskanonen C/36 mit einer Reichweite von knapp 20 km - leider total verrostet und von den Touristen sämtlicher abmontierbarer Teile beraubt.
Anläßlich des 50. Jahrestages der alliierten Landung erlebte die Batterie ihr zweites Comeback.
Man kann Reste der Bemühungen erkennen, die angestellt wurden, um hochgestellte Persönlichkeiten schlammfreien Fußes durch die triste Bunkerwelt führen zu können. So wurde der Leitstand entschlammt und Kleinststände freigegraben.
M 262a
 
M 262a, Westseite Vom Leitstand M 262a aus hat man endlich einen touristenfreien Blick über die Seine-Bucht. Zur Zeit der Landung war dieser lt. Literatur unbrauchbar, weil der Erdaushub der Baustelle sichtbehindernd wirkte.
 
Heute, nach den letzten großen "Feierlichkeiten" in und um die Batterie, fallen Kasematten wie auch der Leitstand in ihren verwahrlosten Zustand zurück. Schade.

Am D-Day lieferte sich die Batterie ein Feuerduell mit dem Kreuzer AJAX, wobei sie etliche Treffer an den Geschützen erhielt.

M 262a, Planraum
 
M 272 mit 15 cm TBtsK C/36 Die Besatzung der Batterie, noch nicht aufeinander eingespielt, die Befestigungsanlagen teilweise noch im Bau, ergab sich am 7. Juni den heranrückenden Landungstruppen.
 
Vor Port-en-Bessin sollte der zweite Mulberry-Hafen zur Versorgung der US-Landeeinheiten erstellt werden. Ein Sturm zerstörte die ersten Anlagen und man gab das Vorhaben auf. Die Öl-Pipeline von den britischen Inseln konnte jedoch fertiggestellt werden. Zollturm Port-en-Bessin
 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall
[2] DAWA Sonderband 17 - Militärmuseen in Frankreich
[3] DAWA Sonderband 30 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 1
[4] DAWA Sonderband 31 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 2

 

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Stand: 23. Mai 2007