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Deutsches Atlantikwall-Archiv
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Der Atlantikwall in Norwegen In verstärktem Maße werden wir nach Begehungshinweisen für eine Norwegenfahrt gefragt. Zunächst einmal - um jeder Euphorie vorzubeugen - muß gesagt werden, daß die Distanzen, die zurückgelegt werden müssen, um auch nur einige markante Stellungen 'abzufahren', für einen Mitteleuropäer ganz neue Dimensionen bedeuten. Unser Ratschlag kann daher nur heißen: beschränken Sie sich auf nur einen Abschnitt dieses über 13 Breitengrade langen Landes!
Unter den besetzten Ländern, an deren Küsten der Atlantikwall errichtet wurde, bildet Norwegen sicherlich die große Ausnahme. Nach der Besetzung Norwegens durch deutsche Invasionstruppen (im Zuge des Landeunternehmens 'WESERÜBUNG') wurden neben den bereits vorhandenen norwegischen Küsten- und Torpedobatterien auch deutsche Küstenbatterien installiert, die Küstenverteidigung angesichts der Eroberungserfolge des Heeres auf anderen Kriegsschauplätzen aber zunächst nicht weiter intensiviert. Das änderte sich schlagartig gegen Ende des Jahres 1943, als die ersten militärischen Rückschläge, vor allem an der Ostfront, die Verwundbarkeit des okkupierten Terrains offenbarten.Nach der alliierten Landung in der Normandie bekam die Verteidigung Norwegens als letzte Ausgangsbasis für atlantische Unternehmungen (nunmehr vor allem für die U-Boot-Kriegsführung) höchste strategische Priorität. Nicht zu vergessen ist dabei die Bedeutung des Landes für die rüstungstechnisch lebensnotwendige Erzbeschaffung und die Möglichkeit, von hier aus die alliierten Nordmeer-Geleitzüge angreifen zu können.
Von Kirkenes bis nach Alta befindet man sich in der norwegischen Tundra, deren Straßen oft nur in den Sommermonaten zu befahren sind. Einige Verbindungsstraßen sind sogar bis zum Mai geschlossen. Die Anfahrten zu den Objekten der Bunkerbegierde führen entweder an langen Fjordufern entlang oder über das einsame Fjell - dem norwegischen Hochland - zu kleinen Ortschaften, deren größter Luxus eine Zapfsäule für Diesel und die obligatorische Anlegestelle der Hurtigroute ist.
Über einen Abstecher nach Hammerfest führt uns die Route längs des Fjordsystems von
Alta in die Region
Troms. Die Landschaft ändert sich. Schlagartig macht sich der wärmende Golfstrom bemerkbar, die Fjorde werden kürzer, die Inseln zahlreicher, der Verkehr stärker, die Schlaglöcher in den Straßen aber bleiben. Teilweise 'üppige' Vegetation erschwert das Auffinden der noch vorhandenen Stellungen.
Wer keine Zeit mehr übrig hat, wird meistens auf die E 10 in Richtung Narvik einschwenken. Von Narvik aus sollte man zumindest den (50 km langen) Abstecher nach Engelöya zur
Batterie DIETL machen. Wieder zurück auf der E 6, gilt es als nächstes, in Fauske eine
schwerwiegende Entscheidung über die Reiseroute zu treffen. Hier - im nördlichen Teil der Fylke Nordland - hat man die Wahl zwischen der ab Bodö längs der Küste und via Fähren über viele Fjorde führenden
Rv 17 oder der schnelleren - aber recht bunkerlosen - Strecke durch das Landesinnere via E 6 bis nach Trondheim, eventuell verbunden mit einem Abstecher nach
Örland. Kombinationen beider Routen oder Abstecher zur Küste sind nur an wenigen Stellen dieser knapp 600km langen Strecke möglich.
Gleichgültig, für welchen Abstecher man sich entscheidet, man trifft sich wieder - ob touristisch oder bunkertechnisch begründet - am Atlanterhavsveijen westlich Kristiansund und wird von dort aus über Bud und Molde nach Alesund weiter- oder in Richtung E 6 nach Mitteleuropa zurückfahren.
Zur Vertiefung:
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Harry.Lippmann@deutschesatlantikwallarchiv.de
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